Simulationstraining, das wirkt – die Forschung dahinter
Piloten trainieren im Flugsimulator. Chirurgen üben an Modellen, bevor sie Menschen operieren. Von Führungskräften und Projektleitern wird dagegen oft erwartet, dass sie schwierige Gespräche und Entscheidungen direkt im Ernstfall lernen – mit echten Menschen und echten Konsequenzen.
Der Forscher Eduardo Salas, einer der weltweit meistzitierten Wissenschaftler zu Training und Teamarbeit, untersuchte gemeinsam mit seinen Kollegen Wildman und Piccolo, was simulationsbasiertes Training in der Führungs- und Managementausbildung wirklich wirksam macht. Ihr Artikel aus dem Jahr 2009 ist bis heute einer der klarsten Wegweiser für alle, die Soft Skills ernsthaft trainieren wollen.
Was sagt die Forschung?
Salas und seine Kollegen werteten aus, was die Forschung über Simulationen in der Managementausbildung wusste, und kamen zu einem Schluss, der viele überrascht: Die Simulation selbst ist nicht das, was das Lernen erzeugt. Eine packende Übung kann sich lehrreich anfühlen, ohne irgendetwas daran zu ändern, wie man anschließend handelt. Entscheidend ist, wie das Training um die Simulation herum gestaltet ist.
Zwei Dinge erweisen sich als ausschlaggebend. Das erste ist realistisches, aktives Üben: Die Teilnehmenden müssen die Entscheidungen selbst treffen und die Gespräche selbst führen, statt zuzusehen, wie jemand anderes es tut – und die Situation muss der Realität so nahe kommen, dass die Verhaltensweisen dieselben sind. Das zweite ist eine strukturierte Nachbesprechung, ein sogenanntes Debriefing, in dem die Teilnehmenden mit Unterstützung erkennen, was sie tatsächlich getan haben, warum es die Wirkung hatte, die es hatte, und was sich anders machen ließe.
Ohne das strukturierte Debriefing droht die Simulation zur Unterhaltung zu werden: unterhaltsam im Moment, vergessen in der Woche darauf. Mit ihm wird die Simulation zu einer der wirksamsten Trainingsformen, die wir kennen, weil sie Handeln, Emotion und Reflexion in einem einzigen Ablauf verbindet. Die Botschaft der Forscher lautet also nicht: mehr simulieren, sondern: richtig simulieren – Übung plus Rückmeldung plus Reflexion.
Was bedeutet das für Sie als Projektleiter?
Stellen Sie Ansprüche an Ihr eigenes Training. Wenn Sie einen Kurs mit Rollenspielen oder Übungen besuchen, fragen Sie, wie die Nachbesprechung abläuft. Bekommen Sie konkretes Feedback dazu, was Sie gesagt und getan haben, oder nur ein allgemeines „Gut gemacht“? Das Debriefing ist das eigentliche Lernen – daran sollten Sie den Kurs messen.
Nutzen Sie das Prinzip im Alltag. Nach einer wichtigen Verhandlung oder einer schwierigen Liefernachricht: Machen Sie Ihr eigenes Mini-Debriefing. Was war mein Ziel? Was habe ich getan? Welche Wirkung hatte es? Was probiere ich beim nächsten Mal? Zehn Minuten direkt danach bringen mehr als eine Stunde Grübeln eine Woche später.
Trainieren Sie Ihr Team auf dieselbe Weise. Wenn das Team für eine wichtige Kundenpräsentation oder eine Krise übt, verwenden Sie mindestens so viel Zeit auf die Nachbesprechung wie auf die Übung selbst. Einfach nur durchspielen heißt an der Oberfläche üben; hinterher gemeinsam auswerten heißt in der Tiefe lernen. Benennen Sie am besten jemanden, der während der Übung nur beobachtet, damit das Debriefing von dem ausgehen kann, was tatsächlich passiert ist – und nicht davon, woran sich die Teilnehmenden erinnern.
So trainieren Sie das
Genau diese Forschung bestimmt, wie ein guter Gesprächssimulator gebaut werden muss: Das Gespräch mit einem KI-Gegenüber ist nur die Hälfte des Trainings – die evidenzbasierte Nachbesprechung danach, in der das Feedback auf Ihre eigenen Worte im Transkript verweist, ist die andere Hälfte. Wenn Sie die Kombination aus realistischem Üben und strukturiertem Debriefing erleben möchten, können Sie Project-simulator eine Woche lang kostenlos ausprobieren.
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